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Edikt



öffentliche Bekanntmachung eines rechtlich relevanten Sachverhalts, Öffentliche Bekanntmachung(D) bzw. öffentliche Auskündung (CH)


Wortart: Substantiv
Kategorie: Amts- und Juristensprache
Erstellt von: anachoret
Erstellt am: 08.02.2010
Bekanntheit: 100%  
Bewertungen: 1 2

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Kommentare (2)


Ein Beispiel aus Deutschland: >Mit dem Wormser Edikt wurde am 26. Mai 1521 Martin Luther auf Betreiben des Heiligen Stuhls durch Kaiser Karl V. reichsrechtlich zum Ketzer erklärt.< - siehe: > http://www.kathpedia.com/index.php/Wormser_Edikt< Doch scheint das Wort Edikt immer mehr aus dem D-deutschen Sprachgebrauch zu verschwinde, auch wenn in Rätselzeitungen immer wieder danach gefragt wird.
Compy54 08.02.2010


Es scheint nicht nur so...
"Ö: Edikt
Def.: Der Terminus "Edikt" bezeichnet eine öffentliche Bekanntmachung eines rechtlich relevanten Sachverhalts.
Rechtsgrundlage: z.B. § 44a AVG, § 3 AO, § 71 EO, § 813 ABGB.
Kommentar: Das aus dem Lateinischen stammende Wort "Edikt" (lat. edicere: verkündigen) findet sich in der österreichischen Rechtsordnung an verschiedenen Stellen. In allen Fällen
bezeichnet es eine öffentliche Bekanntmachung eines rechtlich relevanten Sachverhalts (z.B. das "Versteigerungsedikt" bei einer Versteigerung). In erbrechtlichem Kontext kommt der Terminus in § 813 ABGB vor, der die Einberufung der Verlassenschaftsgläubiger regelt:
"Dem Erben oder dem aufgestellten Verlassenschafts-Curator steht es frey, zur Erforschung des Schuldenstandes die Ausfertigung eines Edictes, wodurch alle Gläubiger zur Anmeldung und Darthuung ihrer Forderungen auf eine den Umständen angemessene Zeit einberufen werden, nachzusuchen, und bis nach verstrichener Frist mit der Befriedigung der Gläubiger inne zu halten."
Statistik: Der Terminus "Edikt" kommt in 152 Entscheidungen des OGH vor.
D: Öffentliche Bekanntmachung
Rechtsgrundlage: z.B. § 52 PStG, § 948 deutsche ZPO, § 9 InsO.
Kommentar: Das BGB verwendet an verschiedenen Stellen (z.B. beim Fund und bei der Versteigerung) den Terminus "öffentliche Bekanntmachung". Der Terminus "Edikt" ist im deutschen Recht nicht gebräuchlich.
Statistik: Der Terminus "öffentliche Bekanntmachung" kommt in über 2000 Entscheidungen, der in Österreich gebräuchliche Terminus "Edikt" nur in 3 Entscheidungen höherer deutscher Gerichte vor."

Quelle: Mag. Michael Kucharski:Austriazismen im Erb- und Familienrecht, Wien 2009.
anachoret 08.02.2010



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Das Österreichische Volkswörterbuch ist ein Verzeichnis von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Option selbst mit zu machen. Momentan sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich neben der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache häufig genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.