4.6 stars - 72 reviews5


abgehen



fehlen, vermisst werden


Wortart: Verb
Kategorie: Gemütszustände, Befindlichkeiten
Erstellt von: stanton
Erstellt am: 13.10.2006
Bekanntheit: 88%  
Bewertungen: 67 1

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

Kommentare (5)


Du gehst mir ab - du fehlst mir - ich vermisse dich
würde es genauer treffen (er geht mir ab, ihr geht mir ab, usw)
Amalia 01.10.2007


Unterschied:
In D kann etwas abgehen (ein Fest, ein Ereignis, eine Party),
in Ö kann jemandem etwas abgehen ("Du gehst mir ab" - Du fehlst mir).
Das ist ganz und gar nicht Dasselbe.
JoDo 24.01.2014


Sehr gut ein Beitrag von R.Sedlaczek im "Austria-Forum"
zu den möglichen Verständigungsschwierigkeiten bei Nutzung des Zeitwortes "abgehen", siehe:- http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Österreichisches%20Deutsch/abgehen%20-%20fehlen
Compy54 25.01.2014


In Österreich scheint's am selbstverständlichsten zu sein,
z.B. bei Stefan Zweig: »Sie erinnert äußerst deutlich daran, dass eine nur auf den Säbel und den Sieg gegründete Regierung immer mit der ersten Niederlage fällt und dass jeder Herrscher, dem die natürliche Legitimität des Blutes und der Ahnen abgeht, sich unbedingt und rechtzeitig eine neue schaffen müsse.(„Joseph Fouché, Bildnis eines politischen Menschen“, 1929)Doch wenn's auch in D offenbar nicht überall existiert (s. Compy > Sedlaczek > Piefke-Saga),
so ist's, betrachtet man die Herkunft der Autoren der folgenden Beispiele, doch auch in D recht weit verbreitet und gar nicht so umgangssprachlich und landschaftlich, wie das im Duden-Synonymen-Wb. unter "fehlen 2)" bzw. unter "vermissen" behauptet wird: • »Militärische Fähigkeiten gingen ihm ab« (Frank Thieß „Das Reich der Dämonen". Der Roman eines Jahrtausends, 1941) :








• »Chemluth kannte, wie alle Tabakhütchen, keine Angst. Das heißt nicht, dass er mutig war, denn mutig kann nur jemand sein, der die Angst kennt und sie überwindet. Es war einfach so, daß Tabakhütchen dieses Gefühl völlig abging , weil sie grünes Blut hatten und in ihrem Blutkreislauf das Adrenalin fehlte. Ein Tabakhütchen bemerkte zwar, wenn es in Gefahr war, aber es machte sich einfach nichts daraus.« (Walter Moers: „Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär“, Frankfurt 1999)
• » … wenn jener nicht den Humor besessen hätte, der der den Organen der … Teppichbehörde abging« (Hermann Kasack: „Der Webstuhl“, Frankfurt 1949) :
• Auch Goethe: »Was dem Dilettanten eigentlich abgeht, ist Architektonik im höchsten Sinne, diejenige ausübende Kraft, welche erschafft, bildet, konstituiert « (zitiert nach Werner Busch: „ Das sentimentalische Bild“, München 1993)
• Und Weizsäcker: »Mein Vater hatte einen guten, der Komplikation fähigen Verstand und einen ganz einfachen Charakter. Menschen, denen eine dieser beiden Eigenschaften abging , haben es immer schwer gehabt, ihn zu verstehen.« Carl Friedrich von Weizsäcker: „Bewußtseinswandel“, München 1988)
• »Ein rechter Grobian sein: ein Polterer und Rohling, dem jedes Feingefühl abgeht« (Lutz Röhrich in: „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“, Berlin 1994)


• »Dafür ist die Zeit eines Arztes, die dann letztlich den Patienten abgeht , zu kostbar« (Heinrich Hannover: „Die Republik vor Gericht 1975 – 1995“, Berlin 1999)
• »Was kann das bedeuten, wo doch ein Algorithmus das Urbild der Vorherbestimmtheit, des
mechanistischen Weltbildes ist, etwas absolut Starres, dem jegliche Freiheit abgeht ? « (Peter Rechenberg: „Was ist Informatik?“, München 1991)
• Ziemlich alt aus Ost-Preußen: »Was dem Schießgarten an botanischem Interesse abging, ersetzte er jedoch an zoologischem.«(Vaterländisches Archiv für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Agrikultur, oder Preußische Provinzial-Blätter, Jg. 21, Königsberg 1839) • und recht neu aus Hamburg: » Joschka Fischer, der aus diesem Buch manches über sich lernen kann, hat das Glück gehabt, einer Biographin zu begegnen, die es versteht, diesen abenteuerlichen Lebenslauf, der auch den Stoff für einen Entwicklungsroman der 68er-Generation geboten hätte, wie er uns noch immer abgeht, in die historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einzufügen.« (Die Zeit, 24.10.1997)
Koschutnig 26.01.2014


Das Verb "abgehen" ist auch in seiner 13. Bedeutung "jemandem fehlen" gmd.
Also bitte löschen.
Standard 22.05.2016



Neuer Kommentar


Melde Dich an und erstelle einen neuen Kommentar.
Anmelden



Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Das Österreichische Volkswörterbuch ist ein Verzeichnis von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Option selbst mit zu machen. Momentan sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Die Seite unterstützt auch Studenten in Österreich, insbesondere für den Aufnahmetest Psychologie und den MedAT für das Medizinstudium.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich neben der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache häufig genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Webseiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als Regelwerk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.