0 stars - 13 reviews5


Ingenie͟urkonsulent

der, -en, -en

beratender Ingenieur; Ziviltechniker


Wortart: Substantiv
Kategorie: Arbeitswelt Technische Begriffe
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 30.09.2011
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 23%  
Bewertungen: 4 7

Dieser Eintrag ist als Teil des Wörterbuches eingetragen.

Kommentare (8)


Soeben musste ich meine Definition
des "Zivilgeometers" korrigieren, da ich entdeckt habe, dass auch der "Ingenieurkonsulent" - (wenigstens mit der Bezeichnung, auf Englisch: "consulting engineer") ein österr. Spezifikum ist.
Ingenieurkonsulenten sind "Ziviltechniker":
Ziviltechnikergesetz 1993:
„§ 30. (1) Die Bezeichnungen „Ziviltechniker“, „Architekt“, „Ingenieurkonsulent“, „Zivilgeometer“ und „Zivilingenieur“ dürfen von Personen, denen eine entsprechende Befugnis nicht verliehen wurde, nicht geführt werden.
(2) Die Worte „Ziviltechniker“, „Architekt“, „Ingenieurkonsulent“, „Zivilgeometer“ und „Zivilingenieur“ dürfen nur der Firma einer berufsbefugten Ziviltechnikergesellschaft beigefügt werden.
Koschutnig 30.09.2011


Man denke an
Daniel Düsentrieb. (´Einem Äuscheniöa ist nichts zu schwöa!")
Dass es sich bei dieser Ingenieur-Ente aber um eine Konsul-Ente handelt, erstaunt selbst mich.
JoDo 01.10.2011


´Konkurrierende Berufe´
Baumeister und Beratende Ingenieure (Technische Büros) unterliegen im Unterschied zu den Ziviltechnikern der Gewerbeordnung. Sie sind nicht freiberuflich tätig. Sie haben ein teilweise ähnliches Betätigungsfeld wie die Ziviltechniker.
Gewerbetreibende sind im Unterschied zu Ziviltechnikern nicht berechtigt, öffentliche Urkunden auszustellen. Ein Beratender Ingenieur ist zum Beispiel nicht berechtigt, statische Berechnungen durchzuführen. Auch das Erstatten von Gutachten zählt nicht zum typischen Berufsbild von Gewerbetreibenden. So umfasst das Recht der Baumeister nicht das Recht zur Gutachtenerstattung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ziviltechniker
Was lernen wir daraus: Ein ´Beratender Ingenieur´ ist in Ö was anderes als in D.
JoDo 01.10.2011


Architekten +(plus) Ingenieurkonsulenten = Ziviltechniker
Ingenieurkonsulenten = Ziviltechniker -(minus) Architekten
JoDo 01.10.2011


Tätigkeitsmerkmale
Derzeit existieren etwa 50 verschiedene Fachgebiete, für die Befugnisse verliehen werden,
wobei die meisten IngenieurkonsulentInnen in den Bereichen Bauingenieurwesen/Bauwesen,
Kulturtechnik, Vermessungswesen und Maschinenbau tätig sind. Im Folgenden sind die
aktuellen Fachgebiete angeführt.
• Ingenieurkonsulent für Agrarökonomie
• Ingenieurkonsulent für angewandte Geowissenschaften
• Ingenieurkonsulent für Bauwesen/Bauingenieurwesen
• Ingenieurkonsulent für Bergwesen
• Ingenieurkonsulent für Biologie
• Ingenieurkonsulent für Chemie
• Ingenieurkonsulent für Elektrotechnik
• Ingenieurkonsulent für Erdölwesen
• Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften
• Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften (Geologie)
• Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften (Mineralogie)
• Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften (Petrologie)
• Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften (Technische Geologie)
• Ingenieurkonsulent für Forst- und Holzwirtschaft
• Zivilingenieur für Gärungstechnik
• Ingenieurkonsulent für Gas- und Feuerungstechnik
• Ingenieurkonsulent für Geographie
• Ingenieurkonsulent für Gesteinshüttenwesen
• Zivilingenieur für Hochbau
• Ingenieurkonsulent für Hüttenwesen
• Ingenieurkonsulent für Informatik
• Ingenieurkonsulent für Ingenieurgeologie
• Ingenieurkonsulent für Innenarchitektur
• Ingenieurkonsulent für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft
• Ingenieurkonsulent für Kunststofftechnik
• Ingenieurkonsulent für Landschaftsplanung und Landschaftspflege
• Ingenieurkonsulent für Landwirtschaft
• Ingenieurkonsulent für Lebensmittel- und Biotechnologie
• Ingenieurkonsulent für Lebensmittel- und Gärungstechnologie
• Ingenieurkonsulent für Markscheidewesen
• Ingenieurkonsulent für Maschinenbau
• Ingenieurkonsulent für Maschinenbau – Schiffstechnik
• Ingenieurkonsulent für Meteorologie und Geophysik
• Ingenieurkonsulent für Montanmaschinenwesen
• Ingenieurkonsulent für Ökologie
• Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung
• Ingenieurkonsulent für Schiffstechnik
• Ingenieurkonsulent für technische Chemie
• Ingenieurkonsulent für technische Geologie
• Ingenieurkonsulent für technische Mathematik
• Ingenieurkonsulent für technische Physik
• Ingenieurkonsulent für technischen Umweltschutz
• Ingenieurkonsulent für Telematik
• Ingenieurkonsulent für Verfahrenstechnik
• Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen
• Ingenieurkonsulent für Werkstoffwissenschaften
• Ingenieurkonsulent für Wirtschaftsingenieurwesen im Bauwesen
• Ingenieurkonsulent für Wirtschaftsingenieurwesen für Informatik
• Ingenieurkonsulent für Wirtschaftsingenieurwesen im Maschinenbau
• Ingenieurkonsulent für Wirtschaftsingenieurwesen in der technischen Chemie
• Ingenieurkonsulent für Wirtschaftstelematik
JoDo 01.10.2011


Tatsächlich: österr. "Beratende Ingenieure"
werden nicht nur in WP, sondern auch im Gesetz genannt: "Standesregeln für Betreiber von Technischen Büros"
(BGBl. Nr. 726/1990):

§ 4. Beratende Ingenieure sind anläßlich der Berufsausübung gegenüber anderen Berufsangehörigen insbesondere zur Einhaltung der nachstehenden Verhaltensregeln verpflichtet:
1. Beratende Ingenieure haben die Grundsätze des lauteren Wettbewerbes gegenüber ihren Berufsangehörigen zu beachten; sie dürfen insbesondere andere Berufsangehörige und deren Leistungen nicht in unsachlicher Weise herabsetzen.
2. Die Bewerbung um einen bestimmten Auftrag in Kenntnis der Tatsache, daß dieser Auftrag bereits einem anderen Beratenden Ingenieur erteilt wurde, ist unzulässig, es sei denn, daß das Auftragsverhältnis nachweislich aufgekündigt worden ist.

3. Beratende Ingenieure dürfen Gutachten über die Honorarrichtlinien des Fachverbandes Technische Büros - Ingenieurbüros nur im Auftrag des Fachverbandes Technische Büros - Ingenieurbüros bzw. einer Fachgruppe Technische Büros - Ingenieurbüros oder als Sachverständige in einem Verfahren vor einer Behörde erstellen.

4. Leistungen dürfen nicht unentgeltlich oder zu Bedingungen, die einer ordnungsgemäßen kaufmännischen Geschäftsführung widersprechen, angeboten oder erbracht werden.

Der Satz im "Ziviltechniker"-WP-Artikel bezieht sich auf die Gewerbeordnung von 1994, § 211,2 (BGBl. 194/1994) http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1994_194_0/1994_194_0.pdf:

"Technische Büros"Abs.2: Berechtigungsumfang.
"Beratende Ingenieure" hab ich da nicht entdeckt, wohl aber in der VO des BM für Wirtschaft und Arbeit (BGBl II 89 /2003) über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe 'Technische Büros - Ingenieursbüros (Beratende Ingenieure)'
Koschutnig 01.10.2011


Wie kann der Eintrag eines Österreichspezifikums "unpassend" sein?
Wieviel zählt eine bloße und gänzlich unüberprüfte Meinung ("mMm")?
Ist das "gewissenhaft", wie Admin. bei der Beurteilung forderte?
Koschutnig 06.08.2014


Die Ingenieurkonsulenten, eine österreichische Besonderheit - die zum Unterschied von österr., aber auch von den deutschen "Beratenden Ingenieuren" als "Ziviltechniker" ein Beurkundungsrecht haben, sind Mitglieder der AIK- der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten.
Die deutschen Kollegen hingegen sind im VBI – Verband Beratender Ingenieure - oder im VUBIC – Verband Unabhängig Beratender Ingenieure & Consultants - organisiert, s. http://tinyurl.com/65nmhhd

Ingenieurkonsulenten
(Jänner 2010) Der Zugang zum österreichischen Beruf „Ziviltechniker“ (wird eingeteilt in Architekten und Ingenieurkonsulenten) wird durch ein Bundesgesetz (Ziviltechnikergesetz – ZTG) geregelt.
source: Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

Koschutnig 21.02.2016



Neuer Kommentar


Melde Dich an und erstelle einen neuen Kommentar.
Anmelden



Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Das Österreichische Volkswörterbuch ist eine Sammlung von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen. Derzeit sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig. Für Studenten in Österreich, gibt es eine Testsimulation für den Aufnahmetest Psychologie.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Zusätzlich umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch unterschiedliche regionale Dialektformen, hier besonders bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache oft genutzt, finden aber keinen unmittelbaren Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bildungsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Dienste sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.