Thema: bereits

Ostarrichi > Wörterdiskussionen > Wortbedeutungen

bereits
17.06.2017 von OperaFan

Hallo zusammen--

In dem Rosenkavalier riecht die junge Sophie die silberne Rose – ist ein Tropfen persischen Rosenöls darein getan—und sagt, “Ist bereits zu stark, als dass man’s ertragen kann.”

In einem Lexikon der Wiener Mundart aus den 1920s Jahren (aber nur in diesem einzigen), habe ich gelesen, dass “bereits” auch “fast, beinahe, nahezu” bedeuten kann.

Ist so diese Definition euch eigentlich schon bekannt? Diese Interpretation (“fast zu stark”) finde ich zwar attraktiv, aber es wäre schön, weitere Beweise dafür zu haben.

Danke sehr!

Na ja, also der
17.06.2017 von JoDo

DUDEN, vermeldet es genau so, wie hier vorgeschlagen:
"be­reits
Wortart: ℹ Adverb
Worttrennung: be|reits
Bedeutungsübersichtℹ
schon
(südwestdeutsch, besonders schweizerisch) fast, nahezu, so gut wie"
Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/bereits
Die Anmerkung "west-..." ist doch zumindest einigermaßen erstaunlich für ein angehendes österreichisches Wort.

Danke
17.06.2017 von OperaFan

Interessant ist, dass das in vielen Büchern nicht zu finden ist. Irgendwie ist das im Duden mir früher entgangen.

Aber das hilft mir ja wirklich weiter---also herzlichen Dank!

Eins noch
18.06.2017 von JoDo

tät' mich interessieren:
Um welches
"Lexikon der Wiener Mundart aus den 1920er Jahren"
hat es sich da gehandelt? Mir ist da gerade keines bekannt.
Danke im Voraus für die Auskunft & lG
JoDo

Wörterbuch des Wiener Dialektes
18.06.2017 von OperaFan

Ja, natürlich. Es kann dir vielleicht schon bekannt sein, denn es hat mehrere Neuauflagen gegeben, aber es ist:

Julius Jakob: Wörterbuch des Wiener Dialektes. (Der Exemplar, den Ich gesehen habe, kommt aus dem Jahre 1929.)

Genau
18.06.2017 von JoDo

Diese Neuauflagen ;-(
Bei meiner Suchmaschine kam folgendes Ergebnis:
"Wörterbuch des Wiener Dialektes
Buch von Julius Jakob
Datum der Erstveröffentlichung: 1980
Autor: Julius Jakob"
Deswegen meine Anfrage
Danke jedenfalls
JoDo


Einloggen




Impressum | Nutzung | Datenschutz

Das Österreichische Volkswörterbuch ist eine Sammlung von österreichischen Wörtern. Als Volkswörterbuch stellt es nicht nur die Sprache der Bevölkerung dar, sondern bietet jedem die Möglichkeit selbst mit zu machen. Derzeit sind über 1400 Wörter im Wörterbuch zu finden und über 10.000 Wörter wurden schon eingetragen.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951. Unser "Österreichisches Volkswörterbuch" ist mit diesem "Österreichischen Wörterbuch" in keiner Weise verbunden und wir erheben auch keinen wissenschaftlichen Anspruch.

Im österreichischen Volkswörterbuch gehen wir darüber hinaus und bieten eine einzigartige Sammlung von Dialekten, Austriazismen und generell wichtigen Wörtern in Österreich. Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch einige regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache oft genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.